Roses Revolution Day

 

Heute findet die Roses Revolution zum fünften Mal statt. Roses Revolution setzt sich für Frauen ein, die während der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett Respektlosigkeit oder Gewalt erfahren haben.

 

Die große Resonanz der letzten Jahre zeigt, dass dieses Thema keine Minderheit der Gebärenden Frauen betrifft.

 

Betroffene Frauen werden dazu eingeladen am 25. November eine Rose vor die betreffende Einrichtung abzulegen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Mit der Aktion soll das Schweigen vieler Frauen gebrochen werden und die Öffentlichkeit auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden.

 

 

 

www.gerechte-geburt.de/rosrev

 

 

 

Facebook: Roses Revolution Deutschland

 

 

 

Aufmerksam wurde ich selbst auf den Roses Revolution Day vor einem Jahr, als immer mehr Frauen auf Facebook ihr Profilbild änderten. Ich war neugierig was es denn damit auf sich hatte und klickte mich auf die Seite. Damit wurde ich das erste Mal mit dem Thema konfrontiert und als ich die vielen Geburtsberichte der Frauen vom letzten Roses Revolution Day las, war ich schockiert und unendlich traurig. Die Geschichte hat mich bewegt. Mir war nicht klar, dass es in einem medizinisch so fortschrittlichen Land überhaupt möglich ist, dass tagtäglich Frauen unter der Geburt Respektlosigkeiten oder verbale oder körperliche Gewalt erfahren. Die Geburt eines Kindes sollte der schönste und erfüllende Moment im Leben einer Mutter sein und nicht der traumatischste, der sie noch Jahre danach verfolgt oder gar dazu führt, dass sie nie wieder ein Kind bekommen möchte.

 

Ich bin mir sicher, dass es da draußen genug Geburtshelfer gibt, die ebenso schockiert über das Vorgehen mancher ihrer Kollegen und Kolleginnen sind, weil sie tagtäglich alles dafür geben, den Frauen eine selbstbestimmte Geburt zu ermöglichen. Doch die Geburtsberichte der Mütter zeigen, dass es viele Menschen unter den Geburtshelfern sind, denen die Würde der Frau nichts bedeuten.

 

Wenn eine Frau unter den Schmerzen der Wehen schreit und sie zu hören bekommt, sie solle sich nicht so anstellen, dann wird ihr verbal Gewalt entgegen gebracht. Denn nie ist eine Frau verletzlicher, als unter der Geburt. Sie vertraut darauf, dass die Menschen die sie in dieser Phase ihres Lebens ihr wohlgesonnen sind, dass sie begleitet wird auf dem Weg zum Mutter werden. Das sie geachtet wird. Sie braucht diese Sicherheit um ihr Kind auf die Welt bringen zu können. Denn es sind immer noch die Frauen die die Kinder Gebären und nicht die Geburtshelfer, auch wenn die Interventionen während der Geburt und die Kaiserschnittrate in den letzten Jahren den Hang der Medizin zeigen, dieses Feld immer mehr für sich einzunehmen. Ich möchte auf keinen Fall falsch verstanden werden. Ich bin froh um die Möglichkeiten der heutigen Medizin, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden und vor allem dann wenn sie unbedingt nötig sind. Einer Frau, die ohne vorherige Information einen Dammschnitt erhält, wird Gewalt angetan. Es ist absolut nötig, das die Frau als Selbstbestimmender Mensch geachtet wird und die Geburtshelfer mit ihr zusammen entscheiden, was medizinisch nötig ist und sie aufklären. Das sieht im Übrigen auch die Weltgesundheitsorganisation so. Wenn eine Geburt immer mehr zu einer Krankheit mutiert, die es zu behandeln gilt, dann sind wir auf dem falschen Weg. Eine gesunde Frau, hat alle Voraussetzungen ihr Kind aus eigener Kraft zu Gebären. Sie sollte selbst bestimmen, welche Geburtsposition ihr am angenehmsten ist und fühlen dürfen was sie brauch. Die Menschen die eine Geburt begleiten, sollten ihr den Sicheren Rahmen gestalten, auch wenn das manchmal heißt einfach da zu sein und nichts zu tun.

 

Leider tendiert unsere hochtechnisierte Welt dazu alles Kontrollieren zu wollen und schießt offensichtlich in den letzten Jahrzehnten immer mehr über das Ziel hinaus. Geburten werden eingeleitet, es werden Wehenmittel oder Wehenhemmer eingesetzt und am Ende läuft es so schief, dass es einen Kaiserschnitt braucht.

 

 

 

Die Geburtshilfe sollte in sich gehen und sich fragen, was eine Frau braucht um zu Gebären. Der biochemische Vorgang der während einer Geburt vonstattengeht ist sehr störanfällig. Jedweder Stress unter der Geburt, verhindert die Ausschüttung von Hormonen die die Geburt begünstigen, die Schmerzen lindern und am Ende der Frau ein Glücksgefühl schenken, wenn es geschafft ist und sie ihr Baby im Arm hält.

 

 

 

Am meisten hat mich dieses Jahr der Bericht über den "Husband Stitch" aufgeregt. Manche Ärzte nähen eine Frau nach einem Dammschnitt oder Dammriss enger zusammen, als sie vorher war, damit der Mann bei späterem Geschlechtsverkehr mehr Spaß hat. Könnt ihr euch das vorstellen! Ich war so sprachlos und ich musste den Begriff erstmal googeln. Dass es für so etwas überhaupt einen Namen gibt ist unfassbar.

 

 

 

Ich finde es wunderbar, dass es die Roses Revolution gibt und diesen Frauen eine Plattform bekommen um über ihre Erlebnisse zu sprechen. Das Schweigen muss gebrochen werden.

 

 

 

Es wird Zeit das wir uns erheben und gemeinsam für unsere Schwestern kämpfen, damit ihr leid nicht unbeantwortet bleibt. Es muss sich was ändern in der Geburtshilfe. Jeder Mensch hat ein Recht auf Unversehrtheit, so steht es im Grundgesetz. Wir sollten unseren Gesundheitsminister einmal daran erinnern.

 

 

 

Each Woman is a Rose und es ist nicht egal wie wir geboren werden!

 

 

 

 

 

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